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Donnerstag, 22. Januar 2015

Mein Leben fährt Karussell - oder Achterbahn? - in Dauerschleife.

Wann wurde mein Leben eigentlich so scheiße?! Naja, es ist nicht immer scheiße, das ist klar. Aber...

Letztes Jahr, ihr erinnert euch vielleicht, wollte ich mehr leben. Ich wollte mein Leben selbst in die Hand nehmen. Und ich dachte tatsächlich, dass ich das auch tue. Heute, rückblickend also, frage ich mich, wo zur Hölle ich mehr gelebt haben will?! Einen Scheiß hab ich!

Ja, ich habe ein paar Dinge gemacht, die ich noch nie zuvor gemacht habe. Das hat Spaß gemacht und das war toll. In manchen Dingen habe ich den Kinderwunsch hinten angestellt. Ich habe ihn nicht so groß gemacht und über alles gestellt. So war ich zum Beispiel grade mal zwei Tage nach dem letzten Transfer auf einem Konzert. Weil ich es wollte und weil es richtig war. Der Kinderwunsch bestimmte nicht alles...

Nicht alles, nein. Aber was er eben trotzdem immer bestimmte und auch nach wie vor bestimmt sind die großen Dinge. Denn mal ehrlich, das Konzert war supermegatoll und ich bin stolz und froh es erlebt zu haben. Aber so wirklich groß im Sinne von einer großen Entscheidung oder einer großen Sache? Hmm, nein, das war es wohl eher nicht.

Anfang letzten Jahres hatte ich einen Termin bei der Schule die ich machen wollte. Machen will? Jaajaa, die alte Leier... Eigentlich war es DER Termin. Ich fühlte, DAS ist es. Ich sah mich vor meinem inneren Auge in der Klasse sitzen, zusammen mit anderen irgendwie Gleichgesinnten. Ich sah mich meine Spezialgebiete aussuchen. Ich sah mich in meiner eigenen Praxis. Es hat sich so unfassbar gut und richtig angefühlt. Und ich war der Meinung, dass sich das alles mit Kind vereinbaren lässt. Wunderbar sogar, weil ich mir meine Termine ja größtenteils so legen kann dass sie passen.

Tja. Mit Kind liese sich das nach wie vor super vereinbaren. Aber nicht mit KinderWUNSCH. Zumindest in meinem Fall nicht. Denn da ist eine große Schnittstelle. Da ist eine Sache, die Schule und Kinderwunsch gemeinsam haben. Da ist eine Sache, die mich zwingt zu wählen. Also muss man sich letztlich eben doch entscheiden. Man muss wählen. Ich muss wählen: Kinderwunsch? Oder Schule? - Kinderwunsch? Oder ...

Gebe ich mein Geld nun für die Schule aus? Oder für den Kinderwunsch? Stelle ich den Kinderwunsch nun erstmal hinten an und ziehe die Schule durch? Oder stelle ich die Schule hinter dem Kinderwunsch an? Und mache sie dann vielleicht nie? Aber wenn ich sie mache, bekomme ich dann vielleicht nie ein Kind / Kinder? Einerseits hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Andererseits eben doch. Nämlich dann, wenn man für beides Geld ausgeben muss. Und da das Geld leider nicht einfach so doppelt vorhanden ist...

Für was gebe ich mein Geld nun aus?

Das ist die große Frage... Ich habe mir da ehrlich gesagt gar keine Gedanken drüber gemacht. Anfangs... Ich sagte mir, das wird schon werden. Wir müssen eben hier und da ein wenig zurück stecken. Na und? Alles machbar. Alles nicht tragisch. Man kann schließlich nicht alle Eventualitäten planen. Es wird sich schon alles fügen. Naiv? Ja, kann sein. Der Göttergatte machte sich aber Gedanken. Was ist, wenn dann dieses? Oder jenes? Oder alles auf einmal? Und nun mache ich sie mir auch und kann sie nicht einfach abstellen. Ich kann nicht so tun, als würde ich sie mir nicht machen. Also mache ich sie mir. Und finde letztlich keinen Ausweg. Mein Leben dreht sich im Kreis. Und heute stehe ich genau da, wo ich letztes Jahr um diese Zeit auch stand. Nur eben ein Jahr älter. Aber irgendwie weiter? Nein. Weiter bin ich kein Stück. Egal in welcher Hinsicht.

Würde das alles anders aussehen wenn ich noch schwanger wäre? Vermutlich. Ich bin es aber nicht. Und das soll sich jetzt nicht verbittert anhören. Das ist eben so. Ich war (kurz) schwanger. Ich habe das Kind verloren. Es ist eben so. Punkt.

Ich kann mein Geld jetzt nicht für die Schule ausgeben. Denn wenn ich es dann nicht mehr habe um den Kinderwunsch-Weg weiter zu gehen... Das würde ich mir später vorwerfen. Ganz sicher. Wenn die Erfüllung meines Kinderwunsches letztlich am Geld scheitert... Das würde ich mir vorwerfen. Klar habe ich keine Garantie dass er sich erfüllt. Aber ich weiß dann wenigstens, dass ich alles für mich Mögliche versucht habe. Aber werfe ich es mir auch vor, wenn sich mein Kinderwunsch nicht erfüllt und ich die Schule auch nicht gemacht habe? Was soll ich dann mit meinem Leben anfangen?

Das Leben geht schließlich auch "nach" einem Kind weiter. Ich bleibe deswegen ja nicht ewig zu Hause. (Wie sich das anhört...) Andererseits... Halbtags würde ich meinen Job schon irgendwie ertragen. Aber geht es darum? Geht es im Leben nur darum, etwas zu ertragen? Das kann doch nicht alles sein. Oder doch? Ist es zuviel verlangt ein Kind zu wollen UND einen Job der einen erfüllt und der einem Spaß macht? Wobei das Kind natürlich der größere Wunsch ist.

Ich glaube, ich habe zu viel Zeit zum Nachdenken momentan. Dabei sollte ich doch weniger denken und mehr fühlen. Denn mein Gefühl ist unschlagbar. War es schon immer. Es hat mich noch nie im Stich gelassen. Wirklich noch nie. Mein Gefühl lag bisher immer richtig. Immer. Wieso räume ich dann dem Kopf wieder so viel Macht oder was-auch-immer ein? Und letztlich ja nichtmal meinem eigenen Kopf... Ich sag ja: Zu viel Zeit zum Nachdenken.

Fakt ist: In den wirklich wichtigen und großen Dingen muss man sich eben doch entscheiden. Entscheiden zwischen Kinderwunsch und Leben. Oder sagen wir mal: Ich muss das. Und das finde ich momentan einfach nur scheiße. Und zwar so richtig.

Kommentare:

  1. Meine kleine Moppermaus ;),
    moppere ruhig. Das ist seeeeeehr gefühlsbetont. Das ist gut. Und wichtig. Jammere. Zetere. Hadere. Tu dir selbst ein wenig leid (oder auch ein wenig mehr?! Wie du es brauchst. Alles deine Sache.)!
    Das Leben verlangt oftmals Dinge und Entscheidungen, die uns überfordern.
    Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung sagen: Wenn du eine Entscheidung gerade nicht fällen kannst, dann aus einem Grund: Du bist dazu nicht bereit.
    Denn wärest du dies, erübrigte sich auch die Entscheidung.
    Du hast es selber in der Hand: Du kannst, wenn du es wirklich willst, beides machen. Du kannst dich für eine Umorientierung im Berufsleben parallel zum KuWunschPlan entscheiden. Definitiv. Aber du siehst gerade nur in eine Richtung der Straße und für dich ist sie eine Sackgasse. Wenn du mich fragst: Ja, rechts runter endet sie wirklich in einer Sackgasse. Stimmt. Sehe ich auch. Du kannst jetzt eine Weile dich dort hinsetzen, weiter böse und grantig sein und dich dort ausruhen. Denn du musst ja den langen Weg wieder zurück gehen.
    Oder du blickst nach links. Da! Schau! Siehst du, was ich sehe?
    Weite! Freie Sicht! Nichts als unberührter Sand, der darauf wartet, dass du ihn mit deinen Schritten betrittst.
    Traust du dich das? Oder doch noch ein bisschen in der gemütlichen Sackgasse hocken bleiben?
    Du entscheidest. Aber nur, wenn du willst. Denn auch das ist deine Entscheidung: Entscheide dich, ob du dich überhaupt entscheiden willst oder musst!

    Falls du mich brauchst: Ich bin da!
    Deine Penny, die dich gerne wieder fröhlich sehen würde

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    1. Weißt du was? Du hast Recht.

      Ich bleibe jetzt noch ein wenig in meiner Sackgasse sitzen. Einfach weil ist grad nicht die Kraft habe um aufzustehen und umzudrehen. Aber: Die Zeit wird kommen da werde ich genau das tun.

      ♥ ♥ ♥

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  2. Schnuckiputz, ich kenne diese Phasen auch! Aber ich sehe das ähnlich wie unsere kluge Penny - nur DU entscheidest und das tust Du, wenn Du dafür bereit bist.

    Ich schiebe ähnliche Situationen auch vor mir her, momentan drängen sie mich aber nicht so. Eigentlich wollte ich mir bestimmt schon seit 5 Jahren (wenn nicht gar länger), die Augen Lasern lassen. Erst war es die Angst vor dem Eingriff und dann später das Geld, denn wie doof wäre ich denn bitteschön, so viel Geld in Augen Lasern zu investieren (obwohl ich ja Danke Brille/Kontaktlinsen uneingeschränkt am bunten Leben teilhaben darf) statt die Kohle in den Kinderwunsch fließen zu lassen. Und so schiebe ich es vor mir her und denke mir - irgendwann!!!

    Naja, und mit der Arbeit hab ich ja glaub ich schon mal erwähnt, dass ich eher so der Freizeittyp bin :)))))

    Ich möchte auch, dass Du wieder fröhlich bist und ich weiß, dass das auch passieren wird ♥♥♥ Ich knutsch Dich und wünsche Dir noch einen schönen Nachmittag in bester Gesellschaft ♥

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    1. Über Freizeit geht natürlich nichts ;P Aber wenn man schon arbeiten muss...

      Ich knutsch dich zurück! ♥ ♥ ♥

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  3. Also, ich schließe mich auch mal meinen beiden Vorrednerinnen an. Du entscheidest, wann du welchen Weg gehen möchtest und kein anderer und wenn du gerade noch in der Sackgasse sitzen möchtest ist das vollkommen in Ordnung. Und wenn du dann irgendwann rauskommen möchtest tu es und ich bin mir sicher, dann wirst du wissen, welchen Weg du gehen willst.

    Hey und Fröhlichkeit wäre echt cool, aber das ist wahrscheinlich und das ist jetzt nicht böse gemeint etwas zu viel verlangt, aber das wird wieder, ganz bestimmt.

    Drück und knutsch dich ♥♥♥

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    1. Es wird wieder!! ♥

      Drück und knutsch dich zurück ♥

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  4. Süße - die Mädels da oben haben ja recht. Und weißt du was? Ich bleib mit dir noch ein bisschen in der Sackgasse sitzen. Dann bist nicht so alleine da. Wir werden uns richtig entscheiden wenn die Zeit dafür da ist. Ich verstehe dich gut und hab noch genauso wenig Mut wie du zur Entscheidung ;)
    Kussi ♥

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    1. Danke! Dann bleiben wir eben gemeinsam in der Sackgasse sitzen und machen es uns derweil gemütlich. So.

      ♥ ♥

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  5. Liebe J. B.: das kann ich komplett unterschreiben. Aber ich kann dir nur empfehlen, eine Entscheidung zu treffen. Das entspannt ungemein.
    Vielleicht hilft dir ja dieser Artikel bei der Entscheidungsfindung weiter:
    http://fuerstarkefrauenmitzarterseele.blogspot.de/2014/03/offene-turen-erkennen-und-hindurchgehen.html

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  6. Oder dieser wundervolle Persönlichkeits-Blog:
    http://www.persoenlichkeits-blog.de

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    1. Lisa, vielen Dank! Werde mal stöbern gehen!
      Und ja, irgendwann muss die Entscheidung her. Definitiv.

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